Berlin: Mahnwache bei Marathon-Verhandlungen

Drei Tage und zwei Nächte waren wir vor dem Gebäude, in dem CDU, FDP und CSU ihre Marathon-Verhandlungen geführt haben. Drei Tage und zwei Nächte haben wir für die Volksabstimmung geworben; dabei kam ein großer Leuchtballon zum Einsatz.

 

Dabei begann unsere Aktion mit einem Schock: Vor den Augen von Presse und Polizei verabschiedete sich der Ballon samt Karabinerhaken in den wolkenverhangenen Himmel. Der Grund: Ein Knoten, der vom Hersteller nicht richtig festgezogen worden war. Unfassbar! Wir haben gelacht und geweint zugleich. Doch der erste Schreck war schnell überwunden, Transparente aus dem Mehr Demokratie-Büro beschafft und für Ersatz gesorgt. Passend zur Dämmerung war Ballon Nummer Zwei dann einsatzbereit - diesmal mit dauerhaftem Bodenkontakt. Es sah aus wie ein Mond, der die Aufschrift „Volksabstimmung“ trug.

Der Presse war es weitgehend egal: Da die Volksabstimmung kein kontrovers diskutiertes Thema ist, wird sie auch draußen als Bildmotiv ignoriert…

Bild 1: Die Vorbereitungen laufen...

Anlässlich der Koalitionsverhandlungen haben wir eine Aktion in Berlin gemacht.

Bild 2: Volksentscheid ins Grundgesetz

Das ist die Forderung, für die wir dieses Jahr eine Kampagne gemacht haben.

Bild 3: Der Mond in Berlin...

... trägt die Aufschrift "Volksabstimmung".

Bild 4: Abendstimmung

Demokratie leuchtet...

Bild 5: Die ganze Nacht harrten wir aus...

Anette Schavan zeigte Respekt: „Sie sind doch die mit dem Ballon. Sie sind ja auch ausdauernd.“

Bild 6: Die Landesfarben

und ein Luftballon.

Bild 7: Straßenszene in Berlin

Bei unserer Aktion im Rahmen der Koalitionsverhandlungen...

Bild 8: Vor der Landesvertretung

Natürlich wirken wir anders als die Atomkraftgegner, die eine laute Menschenkette um das Verhandlungsgebäude bildeten und sich von Polizisten wegtragen ließen. Und trotzdem: Wir machen Eindruck. Ein paar Beispiele: Ein Journalist vom Weser-Kurier, der sich lange mit uns unterhielt, war schwer fasziniert, dass wir tatsächlich die ganze Nacht da stehen bleiben („Und wo schlaft ihr da?“). Ähnlich ging es dem netten Polizisten, der eigentlich nur zur Kontrolle vorbeischaute, uns dann aber wissbegierig über die Volksabstimmung ausfragte („Glauben Sie denn, dass Sie bei denen da drinnen was bewirken können?“).

 

Als die Verhandelnden am Samstagabend um Mitternacht das Gebäude verließen, sprach Anette Schavan einen unserer Aktiven an: „Sie sind doch die mit dem Ballon. Sie sind ja auch ausdauernd.“ Da hat die Frau recht.

 

Was bleibt?

Es war eine gute Stimmung, es gab anregende Gespräche zwischen den Aktiven. Und die Erkenntnis, dass in Zukunft öfter gemeinsame Aktionen vom Omnibus für direkte Demokratie und Mehr Demokratie geben sollte, ein paar schöne Bilder und die Gewissheit, dass wir im Grunde das einzig Mögliche und Richtige getan haben. Ich darf Vaclav Havel zitieren:

„Hoffnung ist eben nicht Optimismus, ist nicht Überzeugung, dass etwas gut ausgeht, sondern die Gewissheit, dass etwas Sinn hat - ohne Rücksicht darauf, wie es ausgeht.“

Danke an alle, die mitgewacht, anderweitig geholfen und mitgefiebert haben. Ihr seid großartig!

Anne Dänner



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