Zehn Jahre Volksentscheid gegen die Rechtschreibreform

In der ganzen Republik wurde vor zehn Jahren heftig über die Rechtschreibreform gestritten - schließlich stimmte in Schleswig-Holstein eine Mehrheit dagegen. Wir dokumentieren eine Pressemeldung des Schleswig-Holsteinischen Elternvereins.

 

Zehn Jahre Volksentscheid gegen die Rechtschreibreform

56,4 % Zustimmung - Am 27. September 1998 stimmte eine deutliche Mehrheit der Schleswig-Holsteiner gegen die Einführung der Rechtschreibreform an den Schulen des Landes.

Sie sahen voraus, was mittlerweile eingetreten ist: Die Schülerinnen und Schüler wurden Leidtragende einer hingepfuschten Reform.

Der Volksentscheid führte seinerzeit zur Einführung des neuen §4, Abs. 10 des schleswig-holsteinischen Schulgesetzes:

"In den Schulen wird die allgemein übliche Rechtschreibung unterrichtet. Als allgemein üblich gilt die Rechtschreibung, wie sie in der Bevölkerung seit langem anerkannt ist und in der Mehrzahl der lieferbaren Bücher verwendet wird."

Am 17. September 1999 kassierte der Schleswig-Holsteinische Landtag einstimmig das Ergebnis des Volksentscheids. Ein beispielloser Tiefpunkt demokratischer Kultur.

Keine Tageszeitung, kein Autor, keine Behörde, nicht einmal das Bildungsministerium, hält sich wenigstens an die vom Rat für deutsche Rechtschreibung gesetzten Regeln.

So wurden im schleswig-holsteinischen Schulgesetz von 2007 aus den Allgemeinbildenden Schulen "allgemein bildende Schulen". Ein signifikanter Unterschied, auch im rechtlichen Sinn.

Allein die Kieler Nachrichten setzen in jeder Ausgabe mindestens drei Generationen von Rechtschreibregeln ein, deren älteste heute in den Schulen teilweise schon wieder als Falschschreibung gewertet werden. Auch in alten Schulbüchern, die noch jahrelang in den Schulen im Umlauf sein werden, lesen Kinder die hergebrachten Schreibweisen, die ihnen bei eigenem Gebrauch als Fehler angekreidet werden - mit Folgen bis zu einem Notendurchschnitt, der ihnen ggf. den Zugang zu einem Studienplatz sperrt.

"Die experimentellen Reformschreibweisen sind unbegründet, dumm und überflüssig. Sie gehören auf den unbegrenzt aufnahmefähigen Müllhaufen der Politik, Sparte bildungspolitischer Sondermüll. Wir wünschen uns wenigstens einen einzigen Politiker im Schleswig-Holsteinischen Landtag, der den Mut hat, über Parteikarrieregrenzen hinweg zuzugeben, daß die Entscheidung vom 17.September 1999 ein Fehler war und der die Initiative ergreift, die herkömmlichen Schreibweisen an den Schulen wieder als uneingeschränkt richtig zu bewerten." sagte Dr. Ulrich Kliegis, Vorsitzender des Schleswig-Holsteinischen Elternvereins e.V. sowie Bundesvorsitzender des Deutschen Elternvereins e.V. in Kiel.

V.i.S.d.P.: Dr.U.Kliegis, Schleswig-Holsteinischer Elternverein e.V., Email

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