Silvano Moeckli: Direkte Demokratie. Spieler, Spielverläufe, Spielergebnisse

Silvano Moeckli: Direkte Demokratie. Spieler, Spielverläufe, Spielergebnisse, Zürich/Chur: Rüegger 2013; 166 Seiten; ISBN 978-3-7253-1002-9, Preis: 16,50 EUR (Reihe: Kompaktwissen CH, Band 19).

Rezension von Frank Rehmet (Bereichsleiter Wissenschaft von Mehr Demokratie)

Silvano Moecklis neuestes Buch zur direkten Demokratie ist in der Reihe „Kompaktwissen CH“ veröffentlicht worden und wird dieser Reihe mehr als gerecht: In „Direkte Demokratie. Spieler, Spielverläufe, Spielergebnisse“ wird Wissen rund um das Thema Volksbegehren und Volksentscheide derart kompakt und anschaulich vermittelt wie in kaum einem anderen Werk.

Der Professor für Politikwissenschaften zeichnet ein differenziertes und sehr kenntnisreiches Bild von den verschiedenen Aspekten der direkten Demokratie. Dabei schafft es, mit nur 166 Seiten im DIN A 5-Format auszukommen, um alle wichtigen Fragestellungen zu erörtern.

Bereits in den ersten drei Kapiteln, der Einleitung, Begriffsklärung und einem Abriss der Ideengeschichte der direktdemokratischen Verfahren formuliert er sehr präzise, kenntnisreich, anschaulich und verständlich. Dies setzt sich auch im Hauptteil (Kapitel 4-7) fort. Moeckli analysiert in Analogie zu einem Mannschaftsspiel die unterschiedlichen Aspekte von Volksbegehren und Volksentscheiden: Zuerst untersucht er die direktdemokratischen Regelungen („Spielregeln“), dann die Akteure („Spieler“), gefolgt von Verlaufsmustern und Themen („Spiele und ihre Verläufe“) und schließlich Ergebnisse und Wirkungen („Spielergebnisse“). Zahlreiche Beispiele, Abbildungen und Tabellen illustrieren und verdichten auch hier den Inhalt. Dabei ist die Analogie zu einem Mannschaftsspiel meiner Meinung nach ein sehr guter Ansatz, um das Thema zu veranschaulichen.

Darüber hinaus hat es in Deutschland sowie anderen fußballbegeisterten Ländern den charmanten Vorteil, dass man diese Analogien sehr gut bei Gesprächen und Diskussionen verwenden kann, um anschaulicher zu argumentieren. So zum Beispiel, wenn der Autor von „Fouls“, „unfairem Spiel“ oder „unfairen Spielregeln“ (hohe Abstimmungsquoren) spricht oder der Frage nach dem Schiedsrichter (Verfassungsgerichte) nachgeht.

Fazit: Ein hervorragendes, sehr lesenswertes Buch

Egal, ob man Neuling oder Experte der direkten Demokratie ist: Silvano Moecklis Buch bietet für alle Leserinnen und Leser neue Erkenntnisse oder vertieft bereits vorhandene. Es ist ein sehr gutes Grundlagenwerk, das Orientierungswissen äußerst kompakt und kenntnisreich vermittelt. Bereits jetzt ist es ein Standard-Werk.

Nach meinem Kenntnisstand gibt es auch kein vergleichbares Werk, zumal das Buch von Theo Schiller „Direkte Demokratie – Eine Einführung“ bereits aus dem Jahr 2002 stammt. 

Insbesondere für Deutschland ist dieses Buch mit einer Fülle an Daten und Informationen von großem Interesse: Zum einen finden sich darin zahlreiche Daten nicht nur zur Schweiz, zum anderen ist die sachlich-abwägende, analytische Herangehensweise des Schweizer Autors für Deutschland, wo Debatten um direktdemokratische Verfahren mitunter hitziger Natur sind, wohltuend sachlich und abkühlend.

Zum Verfasser: Frank Rehmet ist Politikwissenschaftler und Bereichsleiter Wissenschaft von Mehr Demokratie e.V. Eines seiner ersten Bücher zur direkten Demokratie, die er vor 20 Jahren begeistert gelesen hat, war die Habilitation von Silvano Moeckli zu direktdemokratischen Verfahren im internationalen Vergleich.

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