„Was haben Krieg und Frieden mit Demokratie zu tun?“
Claudine Nierth und Anne Dänner sprechen über unsere Tagung und verraten, warum man vom 20. bis 22. Mai unbedingt auf unserer Tagung in Eisenach sein sollte. Ein paar Plätze sind noch frei: <link jahrestagung.html>Online-Anmeldung.
Mehr Demokratie: Liebe Claudine, liebe Anne, Ihr werdet unsere Teilnehmerinnen und Teilnehmer als Moderationsteam durch die diesjährige Jahrestagung leiten. Das Thema in diesem Jahr: Krieg und Frieden- eine Frage der Demokratie? Was ist das erste, was Euch bei diesem Titel in den Sinn kommt?
Anne: Ich muss zuerst an den Konflikt in Libyen und das Eingreifen ausländischer Truppen denken. Im Gegensatz zum Afghanistan- oder Irak-Einsatz scheint die Mehrheit der Bürger in Deutschland hinter diesem Einsatz zu stehen. Für mich ist das eine schwierige moralische Frage. Ein Volksentscheid über einen Militäreinsatz würde sicher nicht so eindeutig ausgehen wie etwa eine Abstimmung zum Thema Atomausstieg.
Claudine: Ich höre den Titel und habe sofort die Frage, was hat Krieg und Frieden mit Demokratie zu tun? Kann nicht Krieg überall da entstehen wo Menschen miteinander leben? Und schon bin ich mitten im Thema, oder?
Worauf freut Ihr Euch besonders?
Anne: Als Kulturwissenschaftlerin erhoffe ich mir vor allem eine Klärung der Begriffe (schmunzelt). Deshalb bin ich auch sehr gespannt auf den Eröffnungsvortrag von Prof. Pfetsch zum Thema „Was ist Krieg?“. Der Begriff „Frieden“ umfasst sogar ein noch breiteres Feld. Wenn die Tagung dazu beiträgt, Konfliktmuster und Fronten zu verstehen und Lösungsmöglichkeiten zu erkennen, dann ist schon viel gewonnen.
Claudine: Ich bin besonders gespannt auf den Beitrag von Rupert Neudeck. Neudeck war in vielen Krisengebieten aktiv ist, vor allem im Nahen Osten und in Afrika.
In der Friedens- und Konfliktforschung sind ja durchaus viele Frauen tätig. Sieht man sich die Referentenliste an, bekommt man einen anderen Eindruck….
Claudine: ...wenn man sich aber anschaut welches Geschlecht in der Welt so alles Kriege anzettelt..... Nee, aber im ernst, es ist tatsächlich nicht einfach Referentinnen zu finden. Ein grundsätzliches Problem.
Anne: Ich denke, der geringe (sichtbare) Frauenanteil ist im akademischen Feld ein ebenso häufiges Phänomen wie im politischen. Meinem Empfinden nach ist es so, dass Frauen zwar gerne Verantwortung übernehmen, damit aber nicht unbedingt in der Öffentlichkeit stehen wollen. In der Öffentlichkeit stehen kostet nämlich Zeit, Energie und mitunter auch Nerven – das investieren Frauen vielleicht stärker als Männer in Bereiche, die nicht im Blick der Öffentlichkeit stehen.
Wenn ich noch nie bei einer Jahrestagung von Mehr Demokratie war, was ist in Euren Augen der beste Grund, mich auf den Weg zu machen?
Anne: Dass man vorher nie genau weiß, was einen erwartet (schmunzelt): Auf Mehr Demokratie-Veranstaltungen trifft man Menschen mit den unterschiedlichsten Hintergründen, Lebensstilen und Ansichten. Ganz unabhängig vom Tagungsthema ist das immer eine Bereicherung.
Claudine: Also einfach am 20. Mai nach Eisenach kommen, den eigenen Horizont erweitern und sich begeistern lassen!