[32/09] Dresden droht der Verlust des Weltkulturerbe-Titels
Der Bürgerentscheid zum Bau der Waldschlösschenbrücke von 2005 ist der bekannteste und umstrittenste Bürgerentscheid der Bundesrepublik. Jetzt droht Dresden die Aberkennung des Weltkulturerbe-Titels. Zu Hintergründen, Akteuren und Entscheidungen rund um den umstrittenen Bau hat Mehr Demokratie eine Dokumentation erstellt.
Nachdem das Thema Waldschlösschenbrücke die Gerichte bis zum Bundesverfassungsgericht und die Parlamente bis zum Bundestag beschäftigt hat, will die UNESCO nun am 23. oder 24. Juni darüber entscheiden, ob die Elbstadt ihren Status als Weltkulturerbe verliert. Dass das Land Sachsen und die Stadt Dresden den Bau trotzdem fortsetzen, begründet Oberbürgermeisterin Helma Orosz (CDU) unter anderem mit dem Bürgerentscheid von 2005, bei dem sich knapp 68 Prozent der Abstimmenden für die Waldschlösschenbrücke ausgesprochen hatten. Ein im Januar 2008 gestartetes Bürgerbegehren, dass im Gegensatz zu den vorhergehenden direktdemokratischen Verfahren eine Tunnel-Lösung vorschlug, hatte das Dresdener Verwaltungsgericht im Mai 2008 für unzulässig erklärt.
Der Streit um die Waldschlösschenbrücke ist mit einer Vielzahl von Akteuren und Standpunkten schwer zu durchschauen. Mehr Demokratie hat die wichtigsten Aspekte der Auseinandersetzung dokumentiert. Neben einer chronologischen Darstellung der Ereignisse und Beschlüsse von 1996 bis heute bietet die Homepage zur Waldschlösschenbrücke eine Übersicht über Akteure und Argumente sowie Quellen und Hintergrundmaterialien.
Chronik und Dokumentation zum Dresdner Brückenstreit:
www.mehr-demokratie.de/waldschloesschenbruecke-dresden.html