Was an meiner Rede hat ihn zu dieser Feststellung bewogen? Dann fiel mir noch etwas auf: Es kommen neuerdings viel mehr Frauen zu Mehr Demokratie. Was hat sich verändert?
Dann dämmerte es mir. Früher waren wir kämpferischer und fordernder unterwegs. Immer in Konfrontation zur Gegenseite. Heute habe zumindest ich mich von dieser Kampflogik verabschiedet. Heute weiß ich, dass die Gegenseite sich nicht öffnet, wenn man sie vorher zu deftig angeht. Heute gehe ich lieber direkt auf die politischen Gegnerinnen und Gegner zu, versuche zu verstehen, warum ihnen etwas wichtig ist. Ich erzähle, was wir vorhaben und lade zur Zusammenarbeit ein. Ich bin überzeugt davon, dass wir alle einen Schritt aufeinander zugehen können – egal, wo wir stehen. Dass Dinge besser werden, wenn zwei Seiten oder mehr auf eine Sache schauen.
Ein Freund hat mal zu mir gesagt: „Männer lieben das Entweder-oder – Frauen das Sowohl-als-auch.“ Ich habe das lange nicht geglaubt, aber heute meine ich: Da ist was dran. Und: Es braucht beide Elemente. Und zwar ausgewogen. Deshalb bin ich bei Mehr Demokratie gerne die Frau, die für die Demokratie der Zuneigung eintritt und versucht, das Sowohl-als-auch in die Entweder-oder-Kämpfe zu bringen. Ich baue gern Brücken statt Gräben und suche Wege, die alle an einen Tisch holen.
Dass sich davon auch immer mehr Frauen angezogen fühlen, ist ein schöner Hinweis – für Mehr Demokratie, aber auch für die Politik allgemein. Wenn die Demokratie dadurch attraktiver wird, dass sie weiblicher wird, soll es mir recht sein. Denn davon profitieren wir alle. Am Ende kommt es aber darauf an, dass wir jenseits aller Geschlechter Wege finden, die uns alle zueinander bringen. Weg von Kampf und Lagerbildung, hin zu mehr Verbindung. Hin zu einer Demokratie der Zuneigung!












