Öffentliche Petition für Bürgerbeteiligung auch zwischen den Wahlen

Alle paar Jahre zwei Kreuze auf einem Wahlzettel zu machen, ist nicht der Gipfel der Volksherrschaft. Demokratie lebt davon, dass Bürgerinnen und Bürger nicht nur wählen, sondern auch zwischen den Wahlen mitreden und mitentscheiden können. Genau darum haben wir eine öffentliche Petition beim Deutschen Bundestag eingereicht.

Unsere Petition für mehr Mitbestimmung auf Bundesebene

Mit unserer öffentlichen Petition setzen wir uns dafür ein, dass Bürgerinnen und Bürger auf Bundesebene stärker beteiligt werden. Demokratie lebt nicht nur von Wahlen, sondern auch von echter Mitwirkung im politischen Alltag.

Das fordern wir:
 

  • Volksbegehren und Referenden auf Bundesebene ermöglichen

    Mit einem Volksbegehren können Bürgerinnen und Bürger eine politische Sachfrage auf die Tagesordnung setzen. Denn für viele Themen gibt es eine breite gesellschaftliche Mehrheit, aber keine Mehrheit um Bundestag. Unterschreiben genügend Menschen ein Volksbegehren und sagen so, dass ihnen das Thema wichtig ist, dann kommt es zum Volksentscheid. Volksentscheid heißt: Die Bevölkerung wird wie bei einer Wahl an die Urne gerufen und stimmt direkt über ein konkretes Gesetz ab. Das Ergebnis eines Volksentscheids zählt so viel wie ein Parlamentsbeschluss.

    Vorher sind Kompromisse und Überprüfungen möglich. Schon mit einem erfolgreichen Volksbegehren muss sich Bundestag beschäftigen. Und bevor es zum Volksentscheid kommt, soll das Bundesverfassungsgericht das Volksbegehren auf seine Vereinbarkeit mit dem Grundgesetz prüfen dürfen. 

    Volksabstimmungen haben sich längst bewährt: in unseren Kommunen und Bundesländern. Im Schnitt finden pro Wochenende in den Städten und Gemeinden drei Bürgerentscheide statt. Und alle 16 Wochen beeinflussen Bürgerinnen und Bürger die Politik ihres Bundeslandes mithilfe von Volksinitiativen, Volksbegehren und Volksentscheiden. Warum also sollte das nicht auch auf Bundesebene funktionieren? 

  • Das Petitionsrecht ausbauen

    Eine Petition ist ein offizielle Bitte, Beschwerde oder auch ein Vorschlag für ein Gesetz, mit der sich jedermann an den Bundestag wenden kann. Die Petition wird dann im Petitionsausschuss des Bundestages behandelt.

    Seit einigen Jahren gibt es Öffentliche Petitionen. Diese werden auf der Seite des Bundestages zur Mitzeichnung veröffentlicht. Wir wollen diese Öffentlichen Petitionen wirksamer machen. Wenn 100.000 Menschen eine öffentliche Petition per Unterschrift unterstützen, sollte sie im passenden Fachausschuss und im Plenum des Bundestags behandelt werden müssen. Petitionssteller sollen eine klare Rückmeldung bekommen, in welchem Zeitraum sie eine Rückmeldung erwarten können. Aktuell gibt es noch zu viele Thementabus. Das heißt: Bestimmte Themen werden nicht auf der Seite des Bundestages veröffentlicht. Die Verwaltung sagt dann beispielsweise: Es ist zu unwahrscheinlich, dass sich für den Vorschlag eine Mehrheit im Bundestag findet, deswegen wird die Petition nicht veröffentlicht. Das halten wir für grundfalsch: Mit einer Petition wollen wir ja gerade Ideen und Lösungen in den parlamentarischen Diskurs einspeisen – und die sind naturgemäß noch nicht mehrheitsfähig. Doch sie können es werden.

  • Losbasierte Bürgerräte einführen

    Für einen losbasierten Bürgerrat werden nach dem Zufallsprinzip Bürgerinnen und Bürger ausgewählt, sagen wir: 160. Diese Menschen spiegeln die Bevölkerung im Kleinen wider. Alter, Bildung, Geschlecht, Migrationshintergrund: ziemlich Durchschnitt. Der Bürgerrat behandelt eine konkrete politische Fragestellung. Er berät und lässt sich von Fachleuten beraten. Dann schlägt er Lösungsideen vor, oft in Form eines Bürgergutachtens. Die letzte Entscheidung treffen natürlich die gewählten Politikerinnen und Politiker – oder die Bevölkerung stimmt darüber ab. In den letzten fünf Jahrzehneten fanden in Deutschland gut 400 losbasierte Bürgerräte statt. Doch bisher nur ein Bürgerrat wurde vom Bundestag berufen: Der Bürgerrat „Ernährung im Wandel“ legte ein 50-seitiges Bürgergutachten vor. Wichtigste Forderung: ein kostenloses Mittagessen für alle Schülerinnen und Schüler. Wir wollen, dass der Bundestag regelmäßig solche Bürgerräte einsetzt. Bei einigen Themen drängt sich diese Idee geradezu auf. Zum Beispiel beim Bundestagswahlrecht, wo sich die Bundestagsparteien seit Jahren nicht auf eine faire, bürgerfreundliche Regelung einigen können.

  • Gesetzentwürfe kommentierbar machen

    Gesetze werden besser, wenn Bürgerinnen und Bürger, Verbände, Fachleute und Betroffene früh sagen können, was sie darüber denken. Würde ein Gesetz in der Praxis funktionieren? Könnten die vom Gesetz Betroffenen damit leben? Die Menschen sollten ihre Bedenken und Verbesserungsvorschläge äußern können. Und zwar möglichst frühzeitig. In den Bundesländern Baden-Württemberg und Thüringen gibt es bereits Online-Plattformen, auf denen Gesetzentwürfe kommentiert werden können. Eine solche Plattform wünschen wir uns auch für den Bundestag.

30.000 60.000 Unterschriften bis 11. August 2026

Mit 30.000 Unterschriften haben bereits genug Menschen die Petition für Bürgerbeteiligung unterstützt. Damit ist klar: Das Anliegen muss jetzt öffentlich im Bundestag behandelt werden.

Wenn wir bis zum 11. August 2026 sogar 60.000 Unterschriften erreichen, wächst der Druck weiter. Unterstützen Sie die Petition jetzt und setzen Sie gemeinsam mit uns ein starkes Zeichen für mehr Bürgerbeteiligung.

So einfach können Sie die Petition unterstützen

Online unterzeichnen

Sie können die Petition direkt auf der Seite des Bundestags unterzeichnen. Dafür ist eine Registrierung erforderlich. Das ist zwar etwas aufwendig, dauert aber nur wenige Minuten.

Online beim Bundestag unterzeichnen

Auf Papier unterschreiben

Alternativ können Sie die Unterschriftenliste ausdrucken, in Ihrem Umfeld Unterschriften sammeln und die Liste anschließend per Post an uns zurückschicken. Bitte schicken Sie ausgefüllte Unterschriftenlisten bis spätestens 4. August 2026 an Mehr Demokratie, Tempelhof 3, 74594 Kreßberg.

Unterschriftenliste herunterladen

Jede Unterschrift zählt.
Unterstützen Sie jetzt unsere Petition für mehr Mitbestimmung auf Bundesebene.

Bitte helfen Sie mit, die Petition bekannt zu machen

Am meisten erreichen wir, wenn Sie die Petition nicht nur selbst unterzeichnen, sondern auch in Ihrem Umfeld weiterverbreiten. Sprechen Sie Freundinnen und Freunde, Bekannte sowie Kolleginnen und Kollegen an. Teilen Sie den Link per E-Mail, Messenger oder Social Media.

So helfen Sie mit, dass aus einer Petition ein starkes Signal für mehr Demokratie wird.

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