Bürgercharta für Olympia

Vertreterinnen und Vertreter der Berliner Stadtgesellschaft haben am 21. April 2026 die „Bürgercharta für Olympia“ an den Senat überreicht. Die Bürgercharta ist das Ergebnis eines breiten Beteiligungsprozesses zur Bewerbung Berlins um die Olympischen und Paralympischen Spiele. Auch ein zufällig gelostes Bürgerforum sowie ein ebenfalls per Zufallsauswahl zusammengestelltes Jugendforum waren Teil des Verfahrens.

Die Bürgercharta bündelt die Erwartungen und Impulse der Stadtgesellschaft in konkrete Empfehlungen für eine mögliche Ausrichtung der Sommerspiele. Der Prozess bildete laut Senat eine vielschichtige Stimmungslage ab: Neben der Chance, Berlin international als weltoffene, vielfältige und zukunftsorientierte Metropole zu präsentieren, wurden auch Vorbehalte formuliert – etwa zu Verkehrsbelastungen, Eingriffen in den Alltag sowie Fragen der Finanzierung, Transparenz und internationalen Sportstrukturen.

Zehn Handlungsempfehlungen

Die zehn Handlungsempfehlungen umfassen unter anderem die Stärkung des Ehrenamts und des Vereinssports, wohnortnahe Sport und Bewegungsangebote, nachhaltige und barrierefreie Mobilität, bezahlbaren Wohnraum, klimaresiliente Stadtentwicklung, die Einbindung der lokalen Wirtschaft, ein stadtweites Kulturprogramm sowie die aktive Beteiligung junger Menschen.

In die Arbeit des Bürger- und Jugendforums flossen rund 1.200 Rückmeldungen und Hinweise einer Kiez-Tour ein. Im Februar 2026 waren Mitglieder der Steuerungseinheit der Olympia-Bewerbung mit Berlinerinnen und Berlinern ins Gespräch gekommen, hatten Fragen beantwortet und Anregungen für eine mögliche Olympia Ausrichtung aufgenommen. Ziel war es, Ideen, Meinungen und Sorgen aus der Stadtgesellschaft direkt einzubeziehen.

Themen der Kiez-Tour

Hauptthemen der Bürgerinnen und Bürger bei der Kiez-Tour waren vor allem die Situation rund um die Sportstätten, die Förderung des Breitensports sowie mögliche Verbesserungen bei Infrastruktur und Mobilität in der Stadt.

Parallel zur Kiez-Tour lief ein stadtweites Online-Beteiligungsverfahren. Unter www.mein.berlin.de konnten Berlinerinnen und Berliner ihre Ideen, Erwartungen und Hinweise einbringen. Die Plattform bot Raum für Kommentare, Vorschläge und Diskussionen und stellte zentrale Informationen zur Bewerbung bereit.

Zum Beteiligungsverfahren gehörten neben der Kiez-Tour, Online-Beteiligung und Bürger- und Jugendforum auch Workshops mit Vertreterinnen und Vertretern aus Soziales, Sport, Kultur, Wirtschaft, Natur und Umweltschutz sowie Tourismus. Diese fanden ebenfalls im Februar statt.

Bürger- und Jugendforum ausgelost

Für das Bürgerforum waren 50 Teilnehmerinnen und Teilnehmer per Losverfahren ausgewählt worden. Sie hatten gemeinsam mit Akteurinnen und Akteuren aus der Stadtgesellschaft und der Online-Beteiligung die „Bürgercharta für Olympia“ ausgearbeitet. 

Für das Jugendforum waren Jugendliche zwischen 15 und 21 Jahren per Losverfahren ausgewählt worden. Sie diskutierten ihre Vorstellungen von Olympischen und Paralympischen Spielen in Berlin. Ihre Empfehlungen für nachhaltige, offene und zukunftsorientierte Spiele flossen in die „Bürgercharta für Olympia“ ein..

Die Inhalte der Charta fließen in das Olympia-Bewerbungskonzept der Stadt ein. Das Konzept wird am 4. Juni 2026 beim Deutschen Olympischen Sportbund eingereicht. Am 26. September 2026 entscheidet dessen Mitgliederversammlung über den deutschen Standort bei der Bewerbung für die Spiele 2026, 2040 oder 2044. Neben Berlin wollen München, Hamburg und die Rhein-Ruhr-Region mit Köln den Zuschlag erhalten.

Abschlussforum

Nach Einreichung der Bewerbung Anfang Juni 2026 bietet das danach folgende Abschlussforum Raum für Präsentation, Reflexion und die gemeinsame Würdigung der Ergebnisse aus allen Beteiligungsformaten. Es fördert den weiteren Austausch, die Vernetzung und die Umsetzung der Empfehlungen – auch über die Bewerbung hinaus.

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    Bild-Lizenz: CC BY-NC-SA 2.0

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