"Eine große Bereicherung"

2025 hat der Moerser Bürgerrat „Gemeinsam Beteiligung gestalten“ Empfehlungen zur Verbesserung der Bürgerbeteiligung in der Stadt formuliert. Inzwischen hat sich aus dem Bürgerrat heraus ein Verein gegründet, der sich aus bürgerschaftlicher Perspektive des Themas annehmen will. Wir haben dem Vorsitzenden Steven Range dazu einige  Fragen gestellt.

Frage: Herr Range, Sie wurden zufällig für den Bürgerrat "Gemeinsam Beteiligung gestalten" ausgelost. Was haben Sie gedacht, als Sie die Einladung dazu im Briefkasten fanden?

Steven Range:Ich habe mich ehrlich gesagt sehr über die Einladung gefreut. Politik hat mich schon immer stark interessiert. Bisher bestand mein Engagement jedoch hauptsächlich darin, mich intensiv zu informieren und mit anderen über politische Themen zu diskutieren. Deshalb war für mich sofort klar, dass ich an dem Bürgerrat teilnehmen möchte. Besonders gefreut habe ich mich auf den Austausch mit ganz unterschiedlichen Menschen.

Frage: Der Bürgerrat hat sich vier Tage lang mit Fragen der Bürgerbeteiligung in Moers befasst. Wie haben Sie die Losversammlung erlebt? Was hat Ihnen gefallen, was nicht?

Range: In den vier Tagen habe ich sehr viel erlebt. Besonders beeindruckt hat mich, wie schnell Menschen konstruktiv an gemeinsamen Themen arbeiten können. Ich konnte viel von anderen lernen und gleichzeitig meine eigenen Ideen aktiv einbringen. Das Gefühl, gemeinsam etwas zu erarbeiten, war für mich das Schönste an dieser Erfahrung.

Wenn ich einen Kritikpunkt nennen müsste, dann, dass der weitere Prozess zur Bearbeitung unseres Gutachtens aus meiner Sicht besser hätte gestaltet werden können.

Frage: Aus dem Bürgerrat heraus ist der Verein "Wir für Moers - Wir für uns" entstanden. Sie wurden zum Vorsitzenden gewählt. Wie kam es dazu und was hat der Verein vor?

Range: Eine zentrale Erkenntnis aus dem Bürgerrat war für uns, dass Bürgerbeteiligung nicht nur von Politik und Verwaltung ausgehen muss, sondern auch von uns Bürgerinnen und Bürgern selbst gestaltet werden kann. Wir wollten das Thema deshalb auch nach dem Bürgerrat weiter voranbringen und in Moers aktiv fördern.

Ich habe den Vorsitz übernommen, weil ich unsere Demokratie stärken möchte. Unser Verein möchte dazu beitragen, indem wir über Beteiligungsmöglichkeiten informieren, selbst daran teilnehmen und künftig auch eigene Beteiligungsformate sowie Angebote zur politischen Bildung in Moers durchführen. Für weitere Informationen kann man gerne auf unsere Internetseite vorbeischauen.

Frage: Haben Sie einen Rat für Menschen, die wie Sie zu einem Bürgerrat eingeladen werden?

Range: Mein Rat wäre ganz klar: Auf jeden Fall hingehen und sich offen darauf einlassen. Man braucht weder Vorwissen noch besondere politische Kenntnisse. Gerade die eigene Alltagsperspektive ist wertvoll.

Ein Bürgerrat lebt davon, dass Menschen mit unterschiedlichen Erfahrungen zusammenkommen und gemeinsam Lösungen erarbeiten. Für mich persönlich war die Teilnahme eine große Bereicherung, weil ich viele neue Perspektiven kennenlernen durfte.

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