Dies meldet die Internetseite mbl.is. Die Sozialdemokratin Sigurdardóttir, die jetzige und wohl auch zukünftige Ministerpräsidentin, hatte noch vor den Wahlen erklärt, sie wolle Island möglichst bald in die EU führen und den Euro innerhalb von vier Jahren als offizielles Zahlungsmittel einführen. Im Gegensatz dazu lehnt der künftige Koalitionspartner, die Links-Grüne-Bewegung, einen EU-Beitritt ab.
Hintergrund
Nach den isländischen Parlamentswahlen errangen nach Darstellung von IcelandReview (28.04.2009), die EU-Befürworter über alle Parteien hinweg 43 der 63 Parlamentssitze.
Dabei ging die rot-grüne Übergangsregierung unter Ministerpräsidentin Johanna Sigurdardóttir siegreich hervor. Erstmals seit der Staatsgründung im Juni 1944 erreichte die Linke eine absolute Mehrheit im Parlament. Bei den Wahlen kamen die Sozialdemokraten zusammen mit den Linksgrünen auf insgesamt 52,7 Prozent und erhalten 34 von 63 Parlamentssitzen. Die konservative Unabhängigkeitspartei verlor über zwölf Prozent und kam auf nur noch 23,7 Prozent. Die EU-freundliche liberale Fortschrittspartei verdoppelte ihren Stimmenanteil auf 14 Prozent. Die neu gegründete Bürgerbewegung schaffte mit 7,2 Prozent den Einzug ins Parlament.
<typohead type=4>Dr. Klaus Hofmann</typohead>
