Warum ich mich als „Wahlkreisaktive“ gemeldet habe

Schon immer kreisen meine Gedanken um die Frage, wie ich mich und meine persönlichen Möglichkeiten am besten einsetzen kann für eine Welt, wie ich sie mir wünsche: eine Welt, in der jeder Mensch wichtig ist, niemand ausgegrenzt wird, jeder nach seinen Vorstellungen gefragt wird. Die Idee der Demokratie beinhaltet dies alles für mich und ist für mich deshalb schon lange eine Herzensangelegenheit!!! - Sicher ist es deshalb auch kein Zufall, dass ich beruflich „geistig behinderte“ Menschen betreue.
Von Birgit Hasselhoff
Vor etwa 30 Jahren (Anfang der 80er Jahre des letzten Jahrhunderts) hatte ich zum ersten Mal Kontakt zum Kreis um Joseph Beuys, der ja hier in Düsseldorf an der Kunstakademie gelehrt hat. Joseph Beuys war damals aktiv im Zusammenhang mit der Gründung der - als „Antiparteienpartei“ gedachten - „Grünen“. - Ein Erlebnis hat sich mir damals besonders eingeprägt: Auf einer der vielen Versammlungen der „grünen Bewegung“ (es tauchten dort auch immer wieder Menschen auf, die allgemein als „anstrengend“ empfunden wurden) sah ich Joseph Beuys im Gespräch mit einem jungen Mann (er war offenbar heftig attackiert worden und hatte deshalb geäußert, er wolle nicht mehr „mitmachen“): Diesen jungen Mann versuchte Joseph Beuys zu überzeugen, dass gerade er und sein Engagement doch so wichtig seien!!! - Mich hat das sehr beeindruckt!
Die regelmäßigen Gespräche, die damals im Raum von Joseph Beuys an der Düsseldorfer Kunstakademie stattfanden, finden heute ihre Fortsetzung in den vom „Omnibus für direkte Demokratie“ veranstalteten „Ringgesprächen“. An diesen Gesprächen nehme ich auch heute wieder teil. Damals wie heute ist Johannes Stüttgen Garant und Moderator dieses für jeden und jederzeit offenen Gesprächskreises. Auch hier geht es darum, jeden „mitzunehmen“, jedem zuzuhören! – Für mich ist das DIE entscheidende soziale Übung und manchmal auch ein echtes Exerzitium!J
Die Kampagne von „Mehr Demokratie“ für die Einführung von bundesweiten Volksentscheiden ist für mich vor allem eine weitere Möglichkeit zu üben, mich selbst als Demokratin weiterzuentwickeln und auf diese Weise zur Weiterentwicklung der Demokratie – zunächst in Deutschland, in weiterer Perspektive auf der ganzen Welt J - beizutragen! Die Möglichkeit, für den bundesweiten Volksentscheid zu unterschreiben, sich zu vernetzen, mit Hilfe der „Aktionshomepage“ aktiv zu werden, betrachte ich v.a. als Angebot für alle, die mehr Demokratie in dieser Form wollen! Als Angebot vom bloßen „Wollen“ zum "Tun" voranzuschreiten!
Als „Wahlkreisaktive“ war ich bisher immer allein unterwegs, habe Unterschriften gesammelt, Kärtchen mit der Internetadresse der Aktionshomepage verteilt und v.a. viele Gespräche geführt. Mein Eindruck, der sich mit dem auf dem Kärtchen abgedruckten Ergebnis der Forsa-Umfrage von 2012 deckt: Sehr viele Menschen wollen schon heute eine Weiterentwicklung unserer „Demokratie“ in Form von Instrumenten der direkten Beteiligung von Bürgern an politischen Entscheidungen! - Die Ernte ist reif! Es fehlen noch die Schnitter! J