Bericht vom Weltsozialforum

Roman Huber, Geschäftsführer von Mehr Demokratie e.V., berichtet über den Auftritt von Mehr Demokratie auf dem Weltsozialforum 2007.

Das Weltsozialforum ist eine Gegenveranstaltung zu den Gipfeln der Welthandelsorganisation (WTO), dem Davoser Weltwirtschaftsforum (WEF) und den jährlichen Weltwirtschaftsgipfeln der Regierungschefs der G8-Staaten.

Die erste Veranstaltung fand 2001 in Porto Alegre / Brasilien, statt und wurde zu einem Symbol für die Bewegung der Kritiker der Globalisierung.

Ich möchte euch vom Weltsozialforum in Kenia/Nairobi berichten. Das Forum ist bereits vorbei, aber während der riesigen Veranstaltung war kaum Zeit, ein Internetcafe zu besuchen, vor allem, weil man am Abend auch nicht ohne weiteres in Nairobi durch die Strassen schlendert. Ab ca. 19:00 Uhr ist hier alles dicht und kaum jemand unterwegs...

Es wird kein objektiver und mit dem nötigen Abstand verfasster Bericht sein. Ich möchte euch meine Eindrücke, Gefühle und Gedanken so schildern, wie ich sie hier erlebt habe, auch wenn es teilweise ein wenig widersprüchlich ist. Das ist ein Teil des Erlebens hier: Ein hin und her gerissen sein zwischen Faszination, Betroffenheit und manchmal Ärger, wenn etwas überhaupt nicht klappt.

Ein bisschen schräg ist es schon, hier in Ostafrika bei über 30 Grad im Internetcafe des Providers Safaricom (ja wirklich) zu sitzen, während in Hamburg vermutlich bei Eis und Schnee Unterschriften für die Briefeintragungen fürs Volksbegehren gesammelt werden...

Nur um es noch einmal zu erwähnen, hier in Nairobi am WSF nehmen teil: Michael Efler, Roman Huber von Mehr Demokratie und Arjen Nijeboer von der Referendum Platform Niederlande (Teil von Democracy International = DI). Wir tragen alle Kosten der Reise (Flug, Unterkunft etc.) selbst. Lediglich die Registrierungsgebühr für die Teilnahme und die zwei angemeldeten Workshops werden von Mehr Demokratie gezahlt.

Immerhin verlangt das WSF dafür von westlichen NGOs 390 Euro, von afrikanischen NGOs 15 Euro, aber selbst dieser Betrag ist für viele unbezahlbar.

 

Wir brechen am 18.01.2007 auf: Der Flieger hebt um 6:00 früh bei strömendem Regen in München ab und landet 1,5 Stunden später in Amsterdam. Hier treffen wir Arjen aus Amsterdam und Michi aus Berlin. Um zehn Uhr sollte es weitergehen nach Nairobi und jetzt beginnt unsere kleine Odyssee.

Aufgrund des aufkommenden Orkans wird der Flug halbstundenweise nach hinten verschoben. Irgendwann ist völlig unklar, ob wir es heute überhaupt noch schaffen zu starten. Ca. um fünf Uhr, also nach 7-8 Stunden Warten, wird der Flug plötzlich freigegeben. Ein paar Minuten später allerdings der Schock: Aufgrund von arbeitsrechtlichen Bestimmungen könne die aktuelle Crew, die ebenfalls die ganze Zeit gewartet hat, den Flug nicht bestreiten, da sie nach was weiß ich wie vielen Stunden verpflichtend eine Pause machen müssten. Diese Regelung sei nun um 10 Minuten überschritten... Leichte Mobstimmung macht sich breit.... Kurz darauf gibt es Entwarnung. Es geht also endlich los. Wir heben bei böigem Wind ab und landen sicher um vier Uhr Nachts Ortszeit (2:00 Uhr in Deutschland) in Nairobi. Wir haben nun in den letzten 48 Stunden fast nicht geschlafen und sind entsprechend gerädert.

Unsere Visa kriegen wir für 50 Dollar gleich im Flughafen, alles läuft reibungslos. Auf dem WSF erzählt uns dann allerdings ein afrikanischer Journalist, dass die Visa normalerweise 10-15 Dollar weniger kosten, die Preise speziell für das WSF erhöht wurden und sich ein hoher Flughafenbeamter damit ganz schön die Taschen voll machen würde. Ob es stimmt weiß ich nicht, die Preisschilder für die Visa waren aber tatsächlich provisorisch mit neuen Preisen überklebt.

Wir machen das Taxi bereits in der inneren Zone des Flughafens klar, um all den tollen Angeboten , die nach Verlassen des Securitybereichs auf uns einstürmen, zu entgehen und sind kurze Zeit später in unserem Appartement. Es ist geräumig, kühl, liegt gegenüber der Universität und 200 Meter von der Hauptpolizeiwache Nairobis entfernt. Beruhigend. Kleiner Exkurs: Nairobi ist eine der unsichersten Städte in Afrika, bestimmte Viertel sollte man definitiv in der Nacht meiden, viel Trickdiebstahl, aber auch viele Raubüberfälle. Wir lesen dann auch hier später jeden Tag in der Zeitung, dass die Polizei 4-5 Gangster erschossen hat.

Nachdem wir ein paar Stunden geschlafen haben, brechen wir per Taxi zum Konferenzort nach Kasarani, ca. 15 km außerhalb von Nairobi, zum Daniel Arap Moi- Sportstadion (der zweite Präsident Kenias von 1978 bis 2002) auf. Bilder von der Vorbereitung des Stadions könnt ihr unter www.wsf2007.org/picture-gallery sehen.

Während und vor der Fahrt prasseln die Eindrücke auf uns herein: wahnsinniger Verkehr, unglaublich viele Menschen, Dreck und Abfall, fruchtbare rote Erde, alle möglichen religiösen Gebäude und Kirchen in geringem Abstand zueinander: Baptist Church, Sikh Tempel (Indien), Amayyaden Moschee, viele, auch sichtbar arme Menschen, sind sehr ordentlich gekleidet, die Männer mit gebügeltem Hemd und Hose, die Frauen mit unglaublich kunstvollen Frisuren, einige mit ganz glatten Haaren. Die Haarpracht scheint so was wie ein Statussymbol zu sein. Sie geben viel Geld aus, um sie plätten, also glatt zu machen, äquivalent zur europäischen Dauerwelle... Alle Körperpartien sind bedeckt, auch auf den Plakaten, spürbar nicht so oversexed wie bei uns, man sieht nie Nacktes, das ist ziemlich angenehm. Alles mutet anders an, die Häuser, die Gerüche, die Menschen, keine Weißen, nur allgegenwärtig vermutlich überall auf der Welt: Shell und BP-Tankstellen, die global Player und großen Erdölkonzerne. Jedes bessere Gebäude, jede Firma umgeben von Stacheldrahtverhauen und bewacht von Guards in Uniform, teilweise schwer bewaffnet. Wir hören im Radio Werbung für den Beginn des WSFs morgen und freuen uns. Die Stimmung in der Stadt ist angenehm, die Menschen alle sehr offen und freundlich, immer mit einem Lächeln im Gesicht: Hello brother, hello sister, hello my friend (ausgesprochen brothaa, sistaa). Sie kommen einem näher, als man dies aus Europa gewöhnt ist, fassen einen gleich an, umarmen einen, lachen viel, ich mag es.

Am Venue angekommen, erfahren wir, dass die Registrierung am KICC = Kenyatta (der erste Präsident Kenias seit der Unabhängigkeit 1963 bis zu seinem Tod 1978) International Conference Centrum im Zentrum der Stadt stattfindet. Also fahren wir wieder in die Stadt und trauen uns zum erstenmal, ein Matatu, ein Sammeltaxi zu nehmen. Matatus sind in der Regel Nissan-Kleinbusse oft nicht mehr so richtig verkehrstüchtig. In Europa würde man vielleicht 9 Sitzplätze reinbekommen, hier sind es ungefähr 20 Plätze. Das Taxi kostete zum Venue 1000 Keniatische Schilling, das Matatu kostet pro Person 20 Schilling. Es sind abenteuerliche Gefährte, die Fahrer haben teilweise einen Kamikaze-Fahrstil. Matatus fahren erst los, wenn sie voll sind. Während der Fahrt gellt oft brüllend laute (wie ich finde gute, Michi als Metal Fan findet das nicht) Musik aus den Lautsprechern. Das Ein- und Aussteigen geht rasend schnell. Man weiß irgendwie nie, wann sie halten, es gibt keine festgelegten Haltestellen. Man sagt also dem Schaffner, der an der Seitentür sitzt und die Leute rein- und rauslotst, wann man raus will, dann klopft der mit einer Münze an die Karosserie, das hört der Fahrer und hält an.

Ein Matatu Speed Song hat den Refrain God will take care of you und Lord, I am coming home... Dennoch: Die Matatus sind das Rückgrat des öffentlichen Verkehrs, sie sind schnell, effizient und billig und haben den Transport von Zehntausenden von WSF-Teilnehmern hinaus aus der Stadt nach Kasarani spielend bewältigt.

Wir kommen in Ostnairobi in der Dämmerung an, also genau in dem Viertel, in dem man zu dieser Zeit nicht unterwegs sein soll und haben ein mulmiges Gefühl in dem Gewusel von Menschen, ... die einzigen Weißen, die unterwegs sind... Aber schon bald pickt uns ein Schwarzer aus Hessen , der deutsch spricht, auf und bringt uns ein paar Ecken weiter zum nächsten Matatu, das uns wohlbehalten zum Methodist Guest House bringt, in dem das Treffen der deutschen Organisationen vor dem WSF stattfindet.

Wir treffen Altbekannte: Philipp Hersel von Attac, Manfred Brinkmann von DGB und Jürgen Reichel vom EED (evangelischen Entwicklungsdienst u.a. Misereor), die das Treffen einleiten. Jürgen Reichel ist als einziger Deutscher im International Council des WSF und berichtet: Das International Council (IC) mit über 100 Mitgliedsorganisationen leitet die einzelnen WS-Foren nicht operativ, das machen die jeweiligen Länder-Organisationskomitees, also diesmal das Kenyan oder Afrikan Organisation Comitee. Das IC ist sozusagen das historische Gedaechtnis des WSF, es bestimmt die Strategie und die Themenachsen für die Workshops, in welchem Turnus und wo das nächste WSF stattfindet.

Pling - jetzt gab es grade einen Totalstromausfall, ich hatte nicht rechtzeitig gesichert und als die anderen das mitbekommen, lacht heimlich das ganze Internetshop über mich. Es wird übrigens von (teilweise muslimischen) Frauen betrieben, die Älteste von ihnen bringt alles wieder in Ordnung. Die Männer stehen rum. Jedes Klischee schlägt fehl. Ich bin wohl der einzige, der sich (zumindest innerlich) aufregt und nervös ist, ob jetzt nicht alles seit der

letzten Sicherung weg ist. Alle anderen warten völlig lässig und gleichmütig. Afrika meets Europe. Naja, als dann wieder alles läuft, zeigt sich: die Schnellsicherung von Word hat alles gespeichert und es gab keinen Datenverlust bei mir...

Weiter im Text: Reichel stellt dar, wie die Wahl fürs WSF auf Kenia fiel. Das IC hatte 2004 nur beschlossen, dass das WSF in 2007 in Afrika stattfinden soll, die afrikanische Zivilgesellschaft sollte selbst unter sich ausmachen in welchem Land. Zuerst haben sich das anglo- und frankophone Afrika gegenseitig blockiert. Es waren Senegal und Mali im Gespräch, allerdings begannen dann auch die ehemaligen Kolonialmächte Belgien und Frankreich Einfluss zu nehmen. Das kam im IC nicht gut an. Kenia empfahl sich nicht zuletzt wegen seiner jüngeren demokratischen Entwicklung, dem laufenden Verfassungsprozess (dazu später mehr) und der frischen Einstellung der Organisatoren bezüglich der zukünftigen Entwicklung, sinngemäß: Wir müssen endlich aufhören, uns über unser schlimmes koloniales Erbe zu beklagen, sondern auch die Fehler bei uns suchen: die unglaubliche Korruption bekämpfen und uns selbst verändern, weil sich nur dann etwas ändern wird. Zudem begünstigt natürlich ein englischsprachiges Land die Internationalisierung. Jürgen Reichel sagt uns höflich, wie er als Pfarrer nun mal ist, durch die Blume, dass das uns erwartende WSF etwas chaotischer werden wird als vorherige. Das Programm ist immer noch nicht fertig, es gibt nur eine Internetversion. Als ich meinen Missmut darüber ausdrücke, ist mir klar, dass dies schnell als typisch deutsche Kritikasterei ohne Kenntnis der lokalen Verhältnisse abklassifiziert werden kann.

Mein Argument ist allerdings, dies sei kein typisch afrikanisches Phänomen, sondern ich hätte dies auch schon in Brasilien und Indien erlebt und er müsse doch mittlerweile in der WSF Organisation eine langjährige Organisationspraxis geben. Dieses Know How sollte doch an die jeweiligen Länder Organisationen weitergegeben werden, damit nicht alle das Rad wieder neu erfinden müssen. Ich bat das IC als historisches Gedächtnis , doch künftig dafür Sorge zu tragen.

Manfred Koch, der schon seit 1.12.2007 in Nairobi bei der Vorbereitung hilft, nahm dann nach der Veranstaltung kein Blatt vor den Mund. Er berichtete: All diese Hilfestellungen ans afrikanische Organisationskomitee hätte es weit im Vorfeld gegeben und zwar nicht nur von nördlichen Ländern, sondern vor allem von den brasilianischen und indischen (nicht durch koloniale Vergangenheit vorbelasteten) Kollegen. Aber die verantwortlichen Afrikaner hätten dies weit von sich gewiesen, sie hätten alles im Griff, .... Genau die gleichen wurden aber im Laufe der Zeit immer kleinlauter und zu guter Letzt arbeiteten einige brasilianische Datenbank-Spezialistinnen Tag und Nacht daran, doch noch alles hinzubekommen. Sie würden es aber nun auch nicht mehr hundertprozentig schaffen. Er wolle nun auch auf gewisse Befindlichkeiten keine Rücksicht mehr nehmen und spräche dies direkt an.

Nach einem anschließenden Barbecue fallen wir ins Bett und sind gespannt auf den morgigen ersten Tag des WSF.

Heute am 20.01.2007 beginnt das WSF. Die Registrierung ist absolut problemlos, alles britisch geprägt wie bei allen amtlichen Vorgängen in Kenia: lange geordnete Warteschlangen, Formulare, Stempel. Jeder Teilnehmer bekommt ein Namensschild zum Umhängen mit Angabe aus welchem Land er kommt. Bemerkenswertes Detail daran: Der 'Batch' ist nicht nur an einer Kordel befestigt, wie auf den anderen WSFs, sondern an einer Perlenkette mit unterschiedlichen Mustern.

Um den täglichen Transport vom Stadtzentrum zum Stadion außerhalb der Stadt zu organisieren, wende ich mich an den offiziellen WSF Transport Service. Erst wollen sie uns Transport Gutscheine für 50$ Dollar pro Person (!) verkaufen. Dann bin ich ganz schlau: Ich buche zusammen mit sechs Tansaniern einen Bus, der uns vier jeden Tag von unseren Appartements abholen soll. Ich gehe davon aus, dass die Tansanier wissen, wie es läuft hier in Afrika, wir hängen uns dran, machen einen Vertrag, alles miteinander kostet immerhin 3600 Schilling (ca. 40 Euro) für die ganze Woche. Ein guter Deal, wie ich meine, Arjen ist von vorne herein skeptisch. Wie es ausgeht, werdet ihr noch hören.

Als alte WSF Profis lungern wir dann in der Nähe des Info-Standes mit den üblichen WSF-Tragetaschen herum, Berge von Taschen, nur eines fehlt, das Programm. Seit Stunden warten ehrenamtliche Helfer auf die Anlieferung der ersten druckfrischen Programme, damit sie in die Hängetaschen verpackt und verteilt werden können. Und tatsächlich: Um zwei Uhr kommt die Lieferung, wir sind in den Warteschlangen ganz vorne und ergattern die heißbegehrten Programme. Sie sind für die Planung der nächsten Tage unentbehrlich. Alle Workshops, Veranstaltungen und was sonst alles läuft, ist auf geballten 150 Seiten im A3 Format zu finden. Es gibt vier Einheiten à zweieinhalb Stunden, gefolgt von einer halben Stunde Pause, Beginn um 8:30 Uhr, Ende um 20:30 Uhr.

Danach beginnt die große Eröffnungsveranstaltung im Uhurupark mit viel Kultur, Ansprachen, bekannten Musikern und NGO Aktivisten aus ganz Afrika, verschiedensten Tänzen und toller Musik. Es waren meiner Schätzung nach aber höchstens 40.000 Menschen da, zum Schluss eher nur noch 25.000. Die Moderatorin ist eine Frau, powervolle Ausstrahlung, das ganze ist eh frauendominiert. Aber auch Chico Whitacker, der Father of WSF aus Brasilien, durfte kurz vorsprechen.

Die Ansprachen sind eher Aufforderungen zu Sprechgesängen (Another World is possible, Chanting) und parolenhaft (Bush out of the world). Gute Stimmung, die Sonne brennt herunter. Das ganze im Zentrum Nairobis neben Parlament, City Hall und unterhalb des Gesundheitsministeriums. Das Forum wird in Kenia medial ganz anders wahrgenommen, als z.B. in Indien. Jeden Tag sind Berichte in allen Tageszeitungen zu lesen.

Ein Spruch, der bei mir hängen bleibt: "My heroes have always been killed". Viele Nonnen sind unterwegs, die Kirchen sehr präsent, kenianische Flaggen werden geschwenkt. Susanna Owiyo, eine phantastische Sängerin meinte: "We africans are blessed, we have a rich culture, we are energetic and despite poverty you see woman and man with a smile." (Wir Afrikaner sind gesegnet, wir haben eine reiche Kultur und sind voller Energie. Trotz aller Armut tragen Frauen und Männer ein Lächeln auf den Lippen). Genau das ist auf dieser Eröffnungsveranstaltung zu erleben.

Auf dem Heimweg: Mir fallen mehr behinderte Menschen auf als in unseren Strassen, viele mit krummen Beinen, wohl Folge von Mangelernährung. Teilweise auch postkoloniales Verhalten: Ich werde auf der Strasse etwas devot gegrüßt: Good evening, Sir . Beim Einkaufen im Supermarkt wird der Überfluss an billigen Arbeitskräften sichtbar: Einer, der an der Kasse die Waren aufs Fliessband stellt, ein Kassierer, einer, der die Waren nach dem Fliessband in Plastiktüten packt.

Bei der Zeitungslektüre fällt auf: Die Sterbeanzeigen zeigen fasst nur junge Gesichter. Schockierend. Das kann doch nicht sein. Im Reiseführer lese ich nach, dass die durchschnittliche Lebenserwartung in Kenia 48 Jahre (!) beträgt, mitunter wegen AIDS, ich hätte danach also nur noch acht Jahre zu leben.... Zusätzlich ungewöhnlich: In den Sterbeanzeigen werden bis zu vierzig Namen erwähnt, die ganze Verwandtschaft wird inklusive Berufen aufgezählt. Die Familie, die Clan- bzw. Stammeszugehörigkeit spielt eine viel stärkere Rolle hier in Kenia.

Fazit des ersten Tages: Alles hat bestens geklappt, gut organisiert, von wegen Chaos, wie Reichel gestern prognostizierte. Wir freuen uns auf die Workshops, unsere eigenen sind morgen und übermorgen jeweils ab 17:30 Uhr terminiert, Gott sei Dank nicht schon um 8:30.

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