
Heimat · Identität · Zukunft
Wie gelingt gesellschaftlicher Zusammenhalt?
Alles ist Beziehung – Ein Symposium über Demokratie, Dialogfähigkeit und den Umgang mit Unterschiedlichkeit
1.–4. Oktober 2026 | Schloss Tempelhof
Wenn Unterschiede trennen
Unsere Gesellschaft verändert sich spürbar.
Viele Menschen erleben, wie Gespräche immer häufiger in Gegensätzen enden. Unterschiedliche politische Überzeugungen, religiöse Prägungen und persönliche Lebensrealitäten werden immer häufiger nicht als Anlass zum Austausch erlebt, sondern als Grund für Distanz.
Die Folgen reichen längst weit über die Politik hinaus. Sie zeigen sich in Familien, Freundeskreisen, Nachbarschaften, Unternehmen, Schulen, Vereinen und überall dort, wo Menschen gemeinsam Verantwortung tragen.
Gleichzeitig wächst die Sehnsucht nach einer Kultur, in der Unterschiede ihren Platz haben dürfen, ohne Beziehungen zu zerstören. Nach einer Kultur, in der Menschen einander wieder zuhören, Vertrauen wachsen kann und gemeinsames Handeln möglich bleibt.
Demokratie lebt nicht allein von Institutionen, Wahlen und Gesetzen. Sie lebt von Menschen, die bereit sind, einander zuzuhören, unterschiedliche Erfahrungen ernst zu nehmen und auch dann im Gespräch zu bleiben, wenn Positionen weit auseinanderliegen.
Dabei geht es nicht darum, Unterschiede aufzulösen. Entscheidend ist die Fähigkeit, mit ihnen so umzugehen, dass daraus Verständigung, Zusammenarbeit und gesellschaftlicher Zusammenhalt entstehen können.
Genau dieser Frage widmet sich dieses Symposium.
Miteinander handeln lernen
Eine lebendige Demokratie braucht Menschen, die mit Unterschiedlichkeit umgehen können.
Deshalb stehen während dieser Tage nicht politische Positionen oder fertige Antworten im Mittelpunkt. Entscheidend ist die Art und Weise, wie Menschen miteinander sprechen, zuhören, Konflikte bearbeiten und gemeinsame Entscheidungen vorbereiten.
Wie verändert sich ein Gespräch, wenn Menschen sich wirklich gehört fühlen?
Wie entsteht Vertrauen, obwohl unterschiedliche Erfahrungen und Überzeugungen bestehen bleiben?
Welche Formen des Dialogs helfen dabei, auch in schwierigen Situationen gemeinsam handlungsfähig zu werden?
Während der vier Tage werden bewährte Methoden aus Dialogarbeit, Mediation und Großgruppenmoderation nicht nur vorgestellt. Die Teilnehmenden erleben sie selbst, reflektieren ihre Erfahrungen und entdecken, was sich verändert, wenn Zuhören, Wahrnehmen und gegenseitiger Respekt den gemeinsamen Prozess prägen.
So entsteht ein gemeinsamer Erfahrungsraum, in dem nicht nur über gesellschaftlichen Zusammenhalt gesprochen wird. Die Teilnehmenden erleben unmittelbar, wie Dialog, Vertrauen und Zusammenarbeit wachsen können.
Demokratie gemeinsam gestalten
Dieses Symposium ist kein politischer Kongress und kein klassisches Seminar. Es bringt Menschen mit unterschiedlichen Erfahrungen, Überzeugungen und beruflichen Hintergründen zusammen, die eine gemeinsame Frage bewegt: Wie können wir in einer Zeit wachsender Polarisierung wieder Vertrauen, Dialog und gesellschaftlichen Zusammenhalt stärken?
Im Mittelpunkt stehen nicht politische Debatten oder der Versuch, andere von der eigenen Meinung zu überzeugen. Im Mittelpunkt steht die Erfahrung, wie Gespräche gelingen können, in denen unterschiedliche Perspektiven wirklich gehört werden, gegenseitiges Verständnis wächst und neue Formen der Zusammenarbeit entstehen.
Die Teilnehmenden lernen unterschiedliche Formen des Dialogs, der Mediation und der konstruktiven Konfliktbearbeitung kennen – nicht als Theorie, sondern im gemeinsamen Erleben. Sie erfahren, wie sich Gespräche verändern, wenn Menschen tiefer zuhören, genauer wahrnehmen und auch dort in Beziehung bleiben, wo Unterschiede bestehen.
Die Methoden stammen aus der langjährigen Praxis von Mehr Demokratie, Schloss Tempelhof sowie erfahrenen Mediatoren und Großgruppenmoderatoren. Sie haben sich in Bürgerbeteiligungsprozessen, Organisationen, Gemeinschaften und Unternehmen ebenso bewährt wie in der Begleitung gesellschaftlicher Konflikte.
Das Symposium verbindet gesellschaftspolitische Fragestellungen mit konkreter Erfahrung. Es eröffnet neue Perspektiven auf die Herausforderungen unserer Zeit und vermittelt zugleich Haltungen, Erfahrungen und Werkzeuge, die sich unmittelbar in Beruf, Ehrenamt, Kommunen, Organisationen und dem persönlichen Alltag anwenden lassen.
Der Weg durch die vier Tage
Donnerstag – Vertrauen aufbauen
Zum Auftakt entsteht ein geschützter und professionell begleiteter Raum, in dem Menschen mit unterschiedlichen Erfahrungen und Sichtweisen einander begegnen können. So wächst die Grundlage für Offenheit, Vertrauen und einen ehrlichen Dialog.
Freitag – Heimat, Identität und Zugehörigkeit
Welche Erfahrungen prägen unser Denken? Was verbindet uns, was trennt uns? Dialogische Formate eröffnen neue Zugänge zu unterschiedlichen Perspektiven und machen erfahrbar, wie aus gegenseitigem Verstehen Vertrauen wachsen kann. Zugleich erleben die Teilnehmenden, wie aus diesem Prozess Gemeinschaft entstehen und wachsen kann.
Samstag – Dialog, Mediation und Zusammenarbeit
An konkreten gesellschaftlichen Spannungsfeldern erleben die Teilnehmenden, wie Mediation, Dialog und konstruktive Konfliktbearbeitung neue Handlungsmöglichkeiten eröffnen. Dabei wird erfahrbar, wie Zusammenarbeit auch dort gelingen kann, wo Unterschiede bestehen bleiben.
Im Mittelpunkt stehen dabei weniger die einzelnen Konfliktthemen als die Erfahrung, wie sich Gespräche verändern, wenn Menschen einander wirklich zuhören, unterschiedliche Perspektiven ernst nehmen und neue Formen der Verständigung entstehen.
Sonntag – Erkenntnisse in den Alltag übertragen
Zum Abschluss werden die Erfahrungen der vergangenen Tage gemeinsam ausgewertet und auf die eigene Praxis übertragen. Welche Impulse können in Beruf, Ehrenamt, Kommune, Organisation oder Familie weiterwirken? Welche konkreten nächsten Schritte ergeben sich daraus? So wird aus gemeinsamer Erfahrung persönliches und gesellschaftliches Handeln.
Für wen ist dieses Symposium?
Dieses Symposium richtet sich an Menschen, die Verantwortung übernehmen und unsere Gesellschaft aktiv mitgestalten möchten.
Es bringt Menschen zusammen, die in unterschiedlichen Bereichen tätig sind und dennoch dieselbe Frage bewegt: Wie können wir in einer Zeit zunehmender Polarisierung wieder Vertrauen schaffen, Dialog ermöglichen und gemeinsam handlungsfähig bleiben?
Eingeladen sind Menschen aus Kommunen, Politik und Verwaltung, aus Bürgerinitiativen, Vereinen und Verbänden, aus Bildung, Wirtschaft, Kirchen und sozialen Organisationen – ebenso wie Menschen, die sich aus persönlichem Engagement für den gesellschaftlichen Zusammenhalt einsetzen und neue Wege des Miteinanders suchen.
Gerade die Vielfalt der Teilnehmenden macht den besonderen Wert dieses Symposiums aus. Unterschiedliche Erfahrungen, berufliche Hintergründe und persönliche Perspektiven sind keine Hürde, sondern die Grundlage für gegenseitiges Lernen, neue Einsichten und tragfähige Zusammenarbeit.
Warum Schloss Tempelhof?
Schloss Tempelhof ist weit mehr als ein Veranstaltungsort. Seit 16 Jahren leben und arbeiten hier rund 160 Menschen unterschiedlicher Generationen, Berufe, politischer Überzeugungen, religiöser Hintergründe und persönlicher Lebensentwürfe in einer lebendigen Gemeinschaft zusammen.
Was viele heute suchen, gehört hier zum Alltag: Verantwortung teilen, gemeinsam Entscheidungen treffen, Konflikte konstruktiv bearbeiten und auch bei tiefen Unterschieden in Beziehung bleiben.
Über viele Jahre ist daraus ein Erfahrungsschatz entstanden, der weit über das Leben in Gemeinschaft hinausreicht. Denn dieselben Fragen, die eine Gemeinschaft täglich beschäftigen, stellen sich heute auch in Kommunen, Organisationen, Unternehmen und unserer demokratischen Gesellschaft.
Schloss Tempelhof versteht sich als Zukunftswerkstatt für die drängenden gesellschaftlichen Fragen unserer Zeit. Hier werden neue Formen des Zusammenlebens, der Kooperation und der Entscheidungsfindung nicht nur entwickelt, sondern täglich gelebt und weiter erprobt.
Gemeinsam mit Mehr Demokratie verbindet das Symposium zwei besondere Erfahrungswelten: die langjährige Praxis demokratischer Beteiligung und Dialogverfahren mit den Erfahrungen einer Gemeinschaft, die seit vielen Jahren erforscht, wie Zusammenleben und Zusammenarbeit in großer Vielfalt gelingen können.
Während des Symposiums wird darüber nicht nur gesprochen. Die Teilnehmenden erleben unmittelbar, wie Dialog, Beteiligung, Vertrauen und Gemeinschaft entstehen können. Dadurch wird erfahrbar, welche Haltungen und Formen der Zusammenarbeit sich in Kommunen, Organisationen, Unternehmen und dem persönlichen Umfeld weitertragen lassen.
Die Veranstalter
Mehr Demokratie
Mehr Demokratie setzt sich seit vielen Jahren für eine lebendige demokratische Kultur ein. Der Verein entwickelt und begleitet Beteiligungsverfahren, Bürgerdialoge und neue Formen demokratischer Mitgestaltung. Im Mittelpunkt steht die Frage, wie Menschen auch bei unterschiedlichen Interessen gemeinsam tragfähige Entscheidungen treffen und Verantwortung für das Gemeinwesen übernehmen können.
Mit seiner Erfahrung in Bürgerbeteiligung, Dialogverfahren und demokratischer Innovation schafft Mehr Demokratie den gesellschaftspolitischen Rahmen dieses Symposiums.
Grund Stiftung am Schloss Tempelhof
Die Grund Stiftung am Schloss Tempelhof fördert Projekte, die persönliche Verantwortung, gesellschaftlichen Zusammenhalt und neue Formen des Miteinanders stärken. Sie unterstützt Initiativen, die Brücken zwischen persönlicher Entwicklung, Gemeinschaft und gesellschaftlicher Erneuerung bauen.
Die Stiftung versteht gesellschaftliche Entwicklung als das Zusammenspiel von persönlicher Reifung, verantwortlichem Handeln und einer Kultur, in der Menschen lernen, Unterschiedlichkeit als Chance für gemeinsames Wachstum zu begreifen.
Schloss Tempelhof e.V.
Der Schloss Tempelhof e.V. ist Träger der gemeinnützigen Bildungseinrichtungen am Ort. Er übersetzt die Erfahrungen aus gelebter Gemeinschaft, Kooperation und gemeinsamer Verantwortung in Bildungs- und Lernformate für die Gesellschaft.
Aus der langjährigen Praxis entstehen Seminare, Forschungsprojekte und gesellschaftliche Dialogformate, die zeigen, wie Zusammenleben und Zusammenarbeit auch unter komplexen Bedingungen gelingen können.
Partner
Pioneers of Change
Pioneers of Change begleitet Menschen dabei, gesellschaftlichen Wandel aktiv mitzugestalten. Die Organisation verbindet persönliche Entwicklung mit sozialer und ökologischer Verantwortung und stärkt Menschen darin, Veränderung wirksam in die Welt zu bringen.
Als Partner des Symposiums unterstützt Pioneers of Change die Vernetzung engagierter Menschen, die Verantwortung für eine zukunftsfähige und demokratische Gesellschaft übernehmen möchten.
Die gemeinsame Leitfrage
Wie kann eine demokratische Gesellschaft lernen, mit Unterschiedlichkeit so umzugehen, dass daraus Vertrauen, Zusammenarbeit und gesellschaftlicher Zusammenhalt entstehen?
Diese Frage lässt sich nicht allein durch Diskussionen beantworten. Sie braucht Orte, an denen Menschen einander begegnen, einander zuhören, Erfahrungen austauschen und neue Formen der Zusammenarbeit gemeinsam erproben.
Genau dazu lädt dieses Symposium ein.
Es verbindet gesellschaftspolitische Fragestellungen mit praktischer Erfahrung, Dialog mit Begegnung und unterschiedliche Perspektiven mit dem gemeinsamen Wunsch, Verantwortung für unsere demokratische Kultur zu übernehmen.
Die Zukunft unserer Demokratie entscheidet sich nicht nur in Parlamenten. Sie entscheidet sich überall dort, wo Menschen lernen, trotz Unterschiedlichkeit miteinander in Beziehung zu bleiben.
Dazu laden wir herzlich nach Schloss Tempelhof ein.
Anmeldung
Veranstaltungsort ist die Gemeinschaft Schloss Tempelhof - ein basisdemokratisches Mehrgenerationenprojekt mit 180 Menschen, Seminarbetrieb, eigener Schule, solidarischer Landwirtschaft und gemeinsamer Energiewirtschaft.
Adresse: Tempelhof 11 in 74594 Kreßberg (Baden-Württemberg), eine Anfahrtsbeschreibung findet sich hier.
OrtGemeinschaft Schloss Tempelhof Datum01.10.2026 15:30 Uhr - 04.10.2026 14:00 Uhr Termin herunterladen
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Veranstalternamegrund-stiftung, Mehr Demokratie e.V. & Schloss Tempelhof e.V. |