Bürgerempfehlungen zur Krankenhausversorgung im Kreis Regen

Wie sieht eine zukunftsfähige Krankenhausversorgung im Landkreis Regen aus? Diese Frage stand im Mittelpunkt des Bürgerdialogs „ARBERLANDKliniken 2035“.   

Von November 2025 bis Februar 2026 diskutierten 60 zufällig ausgeloste Bürgerinnen und Bürger mit Fachleuten, Politik und Klinikverantwortlichen über die Herausforderungen der Gesundheitsversorgung. Das Ergebnis: Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer sprechen sich für tiefgreifende Veränderungen aus – und empfehlen mehrheitlich den Bau eines zentralen Krankenhauses. 

Der Bürgerdialog gilt als bayernweit außergewöhnliches Beteiligungsprojekt. Aus mehr als 3.000 angeschriebenen Einwohnerinnen und Einwohnern wurden 60 Personen per Losverfahren ausgewählt. Ziel war es, ein möglichst vielfältiges Abbild der Bevölkerung zu schaffen. An fünf Dialogabenden setzten sich die Ausgelosten intensiv mit Themen wie der Krankenhausreform, medizinischer Qualität, Notfallversorgung, Fachkräftemangel und den finanziellen Rahmenbedingungen auseinander. 

Gesundheitsversorgung ein komplexes Thema 

Dabei wurde deutlich, wie komplex die Zukunft der Gesundheitsversorgung geworden ist. Expertinnen und Experten erläuterten die Auswirkungen bundespolitischer Reformen, Klinikverantwortliche erklärten wirtschaftliche Zwänge, und die Bürgerinnen und Bürger brachten ihre Erwartungen und Erfahrungen ein. Am Ende stand nicht nur ein umfassender Ergebnisbericht, sondern auch ein breiter Konsens. 

Die wohl wichtigste Empfehlung betrifft die Krankenhausstruktur im Landkreis. Nach intensiver Abwägung sprechen sich die Dialog-Mitglieder mehrheitlich für die Errichtung eines zentralen Krankenhauses aus. Der Erhalt zweier vollwertiger Klinikstandorte in ihrer heutigen Form wird dagegen langfristig nicht als tragfähige Lösung angesehen. 

Empfehlungen an Kreistag übergeben   

Ausschlaggebend waren aus Sicht der Bürgerinnen und Bürger vor allem medizinische Qualität, die Sicherung von Fachpersonal sowie die Anforderungen der bundesweiten Krankenhausreform. Gleichzeitig machten sie deutlich, dass ein zentraler Standort nur dann Akzeptanz finden könne, wenn Erreichbarkeit, Notfallversorgung und eine wohnortnahe ambulante Versorgung gewährleistet bleiben. 

Neben der stationären Versorgung empfehlen die Teilnehmerinnen und Teilnehmer, ambulante Angebote auszubauen und stärker mit den Kliniken zu vernetzen. Ebenso sehen sie Handlungsbedarf bei der Digitalisierung, der Gewinnung von Fachkräften und einer verlässlichen Finanzierung der Krankenhäuser. 

Am 9. Juni 2026 haben Mitglieder des Bürgerdialogs ihre Empfehlungen im Kreistag des Landkreises Regen vorgestellt.  

Aus Information wird Beteiligung 

Bemerkenswert war für viele Teilnehmerinnen und Teilnehmer vor allem der Ablauf des Dialogs. Statt vorgefertigte Entscheidungen zu präsentieren, setzte der Landkreis auf einen offenen Beteiligungsprozess. Fachvorträge, moderierte Diskussionen und Gruppenarbeit ermöglichten es den Bürgerinnen und Bürgern, sich Schritt für Schritt in die komplexe Materie einzuarbeiten.  Bei der Vorstellung der Ergebnisse betonten die Sprecherinnen und Sprecher des Bürgerdialogs die Bedeutung dieses Vorgehens. Die offene Diskussion unterschiedlicher Positionen habe wesentlich dazu beigetragen, tragfähige Empfehlungen zu formulieren. 

Auch Landrat Dr. Ronny Raith sieht den Dialog als Erfolg. „Es freut mich, dass der Bürgerdialog Ihnen geholfen hat, konkrete Empfehlungen auszusprechen, und Sie mit der Gesprächsplattform zufrieden waren. Dieses positive Feedback bestätigt mich darin, dass wir den richtigen Weg eingeschlagen haben.“ Bereits zu Beginn des Prozesses hatte Raith die Zielsetzung formuliert: „Wir binden die Bevölkerung bewusst ein, um verschiedene Meinungen zu hören und Bedürfnisse besser zu verstehen.“ 

Empfehlungen mit politischem Gewicht 

Rechtlich bindend sind die Ergebnisse des Bürgerdialogs nicht. Dennoch sollen sie eine wichtige Grundlage für die weiteren Entscheidungen des Verwaltungsrats der ARBERLANDKliniken und des Kreistags bilden. Die Handlungsempfehlungen richten sich darüber hinaus an den Freistaat Bayern und den Bund und greifen Themen wie Krankenhausfinanzierung, Infrastruktur und Bürokratieabbau auf. 

Der Bürgerdialog zeigt damit beispielhaft, wie Bürgerbeteiligung auch bei hochkomplexen gesundheitspolitischen Fragen funktionieren kann. Aus anfänglichen Erwartungen und Sorgen entwickelte sich im Verlauf des Prozesses ein differenziertes Bild der Herausforderungen. Viele Teilnehmerinnen und Teilnehmer kamen zu dem Schluss, dass Veränderungen notwendig sind, um die medizinische Versorgung langfristig zu sichern. 

Empfehlungen in Entscheidungen übersetzen 

Mit „ARBERLANDKliniken 2035“ endet deshalb nicht nur ein Beteiligungsprojekt. Vielmehr beginnt nun die politische Aufgabe, die gemeinsam erarbeiteten Empfehlungen in konkrete Entscheidungen für die Gesundheitsversorgung im Landkreis Regen zu übersetzen.

Hinweis: Dieser Artikel wurde mit Hilfe einer KI verfasst

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