Klima und Ernährung global gesehen

Am 14. März 2026 hat ein weltweiter Bürgerrat zur Zukunft des globalen Ernährungssystems seine Arbeit beendet. 105 Menschen aus der ganzen Welt haben über die Zukunft der Ernährung vor dem Hintergrund des Klimawandels beraten. Am Ende des von der Coalition für a Global Citizens' Assembly organisierten Verfahrens stand die Formulierung von Handlungsempfehlungen.
Die vom Bürgerrat zu beantwortende Frage lautete: “Welche Änderungen sollten wir gegebenenfalls an der Art vornehmen, wie wir Lebensmittel anbauen, teilen und essen, damit jeder genug zu essen hat und gleichzeitig die Ursachen und Auswirkungen des Klimawandels bekämpft werden?”
Vielfältige Zusammensetzung
Im Gegensatz zu herkömmlichen internationalen politischen Verfahren, die von staatlichen Akteurinnen und Akteuren sowie Facheliten dominiert werden, hatte die “Global Civic Assembly” ihre Mitglieder per Zufallsauswahl gewonnen, um in Bezug auf Geschlecht, Alter, Bildung und andere wichtige Merkmale eine vielfältige Zusammensetzung herzustellen.
Im September 2025 fand die Auslosung der Orte statt, aus denen die Teilnehmerinnen und Teilnehmer des Bürgerrates kommen sollten. Mit Hilfe eines Algorithmus wurden Punkte auf der Weltkarte ausgewählt, die nach der regionalen Bevölkerungsgröße gewichtet und so angepasst wurden, dass vom Klimawandel bedrohte Regionen leicht überrepräsentiert waren.
105 Mitglieder ausgelost
Von diesen Punkten aus haben lokale Partnerorganisationen bei der Suche nach möglichen Teilnehmerinnen und Teilnehmer geholfen, Aus dieser Personengruppe heraus wurden Anfang Januar 2026 die 105 Mitglieder des Bürgerrates ausgelost. Diese wurden während des Bürgerrates von den lokalen Partnern unterstützt.
Die Mitglieder der Losversammlung haben vom 17. Januar bis zum 14. März 2026 in 14 dreistündigen Online-Sitzungen beraten. Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer haben sich in zeitzonenbasierten Arbeitsgruppen getroffen, die professionell moderiert wurden.
Betrachtung von Zwickmühlen
Die Bürgerrat-Mitglieder haben wichtige Zwickmühlen im Zusammenhang von globaler Ernährung und Klimawandel betrachtet. Auf der Grundlage sorgfältiger Überlegungen zu den in der Losversammlung vermittelten Informationen und auf Basis des Austauschs darüber untereinander haben sie Handlungsempfehlungen zum Thema entwickelt.
Der globale Bürgerrat ist Teil eines umfassenderen Ökosystems, zu dem auch selbstorganisierte Gemeindeversammlungen gehörten, die ein breiteres politisches Engagement auf lokaler Ebene ermöglicht haben.
Verbindung von zwei Formaten
„Die Kombination beider Formate macht den globalen Bürgerrat so besonders: Das eine Format erstellt aus vielen lokalen Bildern ein globales Bild, während das andere die globalen Probleme direkt mit einer Momentaufnahme der Weltbevölkerung angeht“ heißt es auf der Internetseite des Bürgerrates..
Die Empfehlungen des Bürgerrates und die Ergebnisse der lokalen Versammlungen sollen „ein klares Signal an Menschen und Institutionen auf allen Ebenen senden, die Entscheidungen und Maßnahmen zu treffen, die notwendig sind, um einen gesunden Planeten zu erhalten und alle Menschen, die auf ihm leben, zu ernähren“.
Bündnis für globale Bürgerbeteiligung
Der globale Bürgerrat zu Klimawandel und Ernährung wurde von der Coalition für a Global Citizens' Assembly (Koalition für einen globalen Bürgerrat) organisiert. Die Koalition ist ein vielfältiges Bündnis aus Regierungen, Organisationen und Akteurinnen und Akteuren der Zivilgesellschaft, das sich dafür einsetzt, den Bürgerinnen und Bürgern eine dauerhafte Stimme in globalen Entscheidungsverfahren zu geben.
Der Bürgerrat hat auf dem Schwung früherer globaler Bürgerräte aufgebaut, darunter Pilotprojekte zu Klimakonferenzen und die breitere Bewegung für ein dauerhaftes globales bürgerschaftliches Engagement. 2021 hatte bereits ein erster globaler Klima-Bürgerrat stattgefunden.
Wichtige Neuerung in der Weltordnungspolitik
Befürworterinnen und Befürworter sehen in solchen Losversammlungen eine wichtige Neuerung in der Weltordnungspolitik, die die Beteiligung über die traditionellen diplomatischen Kreise hinaus ausweitet und einen integrativeren Ansatz zur Lösung gemeinsamer Krisen wie dem Klimawandel schafft.