Regen, Schnee und nasse Füsse....

... aber der Mehr-Demokratie-Sammler hält durch. Mit unermüdlichen Einsatz sammeln unsere Aktiven Unterschriften. Einen GROSSEN DANK an alle... hier der Bericht von Anne Dänner.

U-Bahn-Eingang Schlump, 9:00 Uhr

Auf dem Weg vom Hostel zur U-Bahn sind bei den ersten die Schuhe durchgeweicht. Und trotzdem: Der Tag fängt gut an. In der Unterführung spricht mich eine äußerst betagte Dame an: "Sagen Sie mal, das ist doch ein Volksbegehren für Hamburg? Wie kommt es eigentlich, dass hier so viele von außerhalb sammeln?" Als ich ihr das Konzept des Aktionsurlaubs erkläre ist sie ganz begeistert. "Wo finde ich Sie denn im Internet?", fragt sie. Ich muss innerlich grinsen. Man sollte sich nie vom Äußeren täuschen lassen - und auch nicht vom Alter. Ein paar Stunden später zieht mit eine Erstklässlerin an der Jacke: "Was machen Sie da?" Ich versuche es mit einer möglichst einfachen Erklärung und die Kleine strahlt mich an: "Das nehme ich meinen Eltern mit." Jawoll: Die Demokratie hat Zukunft…

 

10:15 Langenhorn Markt

Dort gibt es einen kleinen Rückschlag: "Keine Werbung auf dem Markt" ist die muffelige Ansage von zwei Standbesitzern, die sich auch davon nicht beeindrucken lassen, dass wir gar nichts verkaufen wollen. Ich bin ausnahmsweise versucht, mich über soviel Ignoranz zu ärgern und mich mit ihnen anzulegen. Leider bestätigt mir Kurt am Telefon, dass sie -formal- im Recht sind. Also geht es zurück in den Zugangsbereich zum Markt. Es schneeregnet. Und dann nieselt es mal zur Abwechslung. Hatte ich den Wind schon erwähnt? Meine Kugelschreiber wollen nicht mehr, ich übrigens auch nicht *nörgel*. Und dann passiert es: Eine ältere Dame kommt mir entgegen und unterschreibt. Sie ärgert sich, dass viele Leute einfach vorbeilaufen. "So was Ignorantes", sagt sie und trägt währenddessen ihren Geburtsjahrgang ein: 1928. Sie wünscht uns viel Glück. "Ich kann mich nämlich auch an die Zeit erinnern, als wir nichts zu sagen hatten", erklärt sie im Brustton der Überzeugung. Okay, das tut gut, es kann weitergehen. Thorsten und ich halten also tapfer durch und pendeln zwischen U-Bahn-Stationen, Unterführungen und Märkten.

17:20 Hostel Instant Sleep

Nasse Füße... Dani leiht mir Strümpfe und Schuhe, die drei Nummern zu groß sind. Das Hostel füllt sich mit immer mehr neuen Leuten. Wir werden die 50.000 knacken heute. Endlich kommen auch Briefumschläge en masse im Büro an. Wir werden das schaffen! Ich sitze gemütlich auf dem Sofa, den Abschiedssatz einer Unterschreiber in im Kopf: "Ich wünsche uns viel Glück. Uns allen."

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