Wenn der Rechtsstaat unter Druck gerät

Am 27. August startet „Staatsschutz“ bundesweit in den Kinos. Mehr Demokratie unterstützt den Film, weil er zentrale Fragen aufgreift, die auch unsere Arbeit bewegen: Wie unabhängig und handlungsfähig ist unser Rechtsstaat? Was geschieht, wenn Institutionen ihrer Verantwortung nicht gerecht werden? Und wie können Menschen für Demokratie, Recht und eine offene Gesellschaft einstehen?

Im Mittelpunkt des Films steht die frisch examinierte Staatsanwältin Seyo Kim, gespielt von Chen Emilie Yan. Nach einem rassistischen Brandanschlag nimmt sie die Ermittlungen selbst in die Hand. Doch statt auf Aufklärung stößt sie auf eine Mauer des Schweigens. Der Oberstaatsanwalt Forch, dargestellt von Arnd Klawitter, bagatellisiert die Tat und stellt sich gegen eine konsequente Aufarbeitung.

Gemeinsam mit der Anwältin Alexandra Tiedemann, gespielt von Julia Jentsch, und ihrer Freundin Ayten Alican, einer Mitarbeiterin der Staatsanwaltschaft, kämpft Seyo gegen einen scheinbar übermächtigen Justizapparat. Unter ständiger Bedrohung setzen sich die drei Frauen für die Integrität des Rechts ein, vor Gericht und darüber hinaus.

„Staatsschutz“ macht sichtbar, welche Folgen es haben kann, wenn Rassismus und Rechtsextremismus nicht konsequent benannt und aufgeklärt werden. Der Film eröffnet damit eine wichtige Debatte über ein unabhängiges, rechtsstaatliches und wirksames Justizsystem.

Das Drehbuch von Claudia Schaefer, Sun-Ju Choi und Jee-Un Kim basiert auf einer mehrjährigen Recherche. Regisseur Faraz Shariat erzählt aufrüttelnd und eindringlich von institutionellem Versagen, persönlichem Mut und Widerstand. Zugleich bleibt der Film von der Hoffnung getragen, dass Veränderung möglich ist und sich ein korrumpiertes System auch von innen heraus infrage stellen lässt.

„Staatsschutz“ ist ab dem 27. August im Kino anzusehen. 

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