Die Wirtschaftskrise ist in aller Munde, der Glauben an die reine, unkontrollierte Marktwirtschaft, an die Selbstregulierung der Märkte hat sich als Irrtum erwiesen. Was nun? Was können wir tun, was müssen wir tun? "Wer regiert die Welt: Wir oder das Geld?" Mit diesen und verwandten Fragen beschäftigte sich eine Veranstaltung in Kierspe im Sauerland.
Die verschneite Winterlandschaft des Sauerlandes hatte etwas Verwunschenes, Märchenhaftes. Der Winter hatte seinen Zauber über das Land gelegt. Und so machte sich unter der Gruppe von Interessierten die sich hier in Haus Isenburg in Kierspe zusammengefunden hatte schon bald der Geist einer engen, vertrauten Gemeinschaft breit. Edda Dietrich, Künstlerin, freie Journalistin und Mitglied von Mehr Demokratie hatte eingeladen zu einer Veranstaltung zum Thema "Was ist Kunst - und Wer regiert die Welt: Wir oder das Geld?" Referent und Moderator war Gerald Häfner, Vorstandsprecher von Mehr Demokratie. Für musikalische Einleitung und Ausklang sorgte das gefühlvolle Gitarrenspiel von Andreas Koch. Auf eindrucksvolle Weise zum Dialog und zum Nachdenken regte die Installation "Not Leid Ende" des Künstlers Wolfrabe an. Eindringlich schilderte Häfner die Abhängigkeit unserer modernen Gesellschaft vom Geld - eine Abhängigkeit, die unser Leben in allen Bereichen durchdrungen hat und unser Handeln bestimmt. Muss dies so sein? Ist der Mensch wirklich ein erster Linie ein homo oeconomicus? Ist das Streben nach Profit der Sinn unseres Leben? Häfner verneinte diese Fragen. Nein, dieser Zustand ist unnatürlich. Das Geld hat unser Handeln und Denken verändert. Der Mensch ist ein soziales Wesen, und kann nur in Zusammenarbeit mit anderen überleben. Gerade in unserer modernen Gesellschaft sind wir noch viel stärker aufeinander angewiesen. Unser innewohnender Gerechtigkeitssinn drängt uns zu einem fairen Austausch. Das Geld soll also nicht abgeschafft und ersetzt werden, sondern zu seiner Rolle als Rechtsdokument, als Regulator der Wirtschaftswerte zurückkehren.
Dafür bedarf es demokratischer Kontrolle. Durch direkte Demokratie, durch Volksentscheide, können die Bürger die Lobbyisten entmachten und einen fairen Umgang mit dem Geld durchsetzten, selbst entscheiden ob zum Beispiel mit ihrem Geld Atomkraftwerke oder alternative Energien gefördert werden sollen. Durch direkte Demokratie können die Menschen wieder über das Geld bestimmen - und das sie dazu in der Lage sind zeigen die soliden, verantwortungsvollen Entscheidungen zum Beispiel der Schweizer Bürger in Finanzreferenden. Wir alle sind für unsere Gegenwart und unsere Zukunft verantwortlich, wegducken und die Verantwortung auf "die da oben" schieben gilt nicht.