Seit letzten Freitag ist viel passiert; ich habe unzählige Postwurfsendungen gesteckt, zahlreiche Unterschriften gesammelt, bis zur Erschöpfung Unterschriftsbögen sortiert und bin darüber nicht dazu gekommen, einen Bericht zu schreiben.
Am Samstag ist nach einem kurzen morgendlichen Abstecher den ganzen Tag Telefondienst im Büro angesagt. Ich nutze die Zeit, um die per Post ins Büro gesandten Unterschriftslisten vorzusortieren. Eine fast meditative Arbeit; hunderte Bögen müssen auf Leserlichkeit und Vollständigkeit geprüft und dann den entsprechenden Gemeinden und Kreisen zugeordnet werden.
Am Sonntagmorgen mache ich mich auf den Weg nach Erfurt, wo ich mich auf dem Anger mit der Besatzung des Omnibusses treffe. Mit Maxie Zurmühlen und Michael von der Lohe drehe ich mehrere Runden durch die Innenstadt auf der Jagd nach Unterschriftenlisten. Sonntagabend erwartet Unterschriftenzähler Holger mich im Eisenacher Büro zum Unterschriftenzählen. Bis 24 Uhr halte ich beim Sortieren durch, dann schickt mich Kampagnenchef Ralf-Uwe ins Bett. Er hingegen zieht noch einmal durchs nächtliche Eisenach und steckt einige Postwurfsendungen.
Wie viel Energie nach fast vier Monaten Kampagne immer noch in Ralf-Uwe steckt, erfahre ich am Montag. Nach einer Pressekonferenz im malerisch auf dem Gothaer Markt stehenden Omnibus fahren wir nach Bad Langensalza und Mühlhausen. Dort lerne ich viel über die Unterschiede zwischen Plattenbauten, Altneubauten und Neubauten. Und zwar stundenlang. Und zu Fuß. Unermüdlich hetzen wir durch die Häuserschluchten und stecken tausende Postwurfsendungen. Ralf-Uwe erinnert mich dabei zunehmend an den Duracell-Hasen. Während ich mit einer herkömmlichen Batterie laufe, ist Ralf-Uwe nach Stunden noch voller Tatendrang.
